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Update Corona-Auswirkungen auf meinen Cash-Flow

Update Corona Cash-Flow

Ich dachte mir, heute geb’ ich mal ein kleines Update zu meinem Post Investiert für Cash-flow – und jetzt? von Anfang April. Damals haben sich einige negative Auswirkungen auf meine Einnahmen schon abgezeichnet, aber es war noch sehr unklar, wie sich die Lage kurz- und mittelfristig weiterentwickelt.

Inzwischen sieht ja offiziell alles schon wieder super aus, ich bin allerdings eher skeptisch, dass nicht noch ein dickes Ende hinterherkommt. Auf die wirtschaftliche Gesamtentwicklung habe ich aber keinen Einfluss, insofern macht es wenig Sinn, sich zu viele Gedanken darüber zu machen.

Wie hat Corona meine Einnahmen-Situation verändert?

 

Cash-Flow aus Immobilien

Wie erwartet ist von April bis Juni keine Pacht für unsere Wohnung eingegangen, die an ein Hotel vermietet ist. Hier hatte ich die gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit, die Kreditraten an die Bank auch auszusetzen. Davon hätte ich aber wirklich nur im Notfall Gebrauch gemacht, da sich die Zahlungsverpflichtung nur verschiebt und nicht aufgehoben ist.

In dieser Situation kam mir zugute, dass ich Ende letzten Jahres einen auslaufenden Kredit für eine der anderen Wohnungen neu finanziert habe, und damit die monatliche Rate um 400 Euro senken konnte. Zum anderen habe ich ein Rücklagenpolster aufgebaut, das unter anderem genau dafür da ist, mögliche Mietausfälle abzusichern.

Weil ja die unangenehmen Dinge gerne alle auf einmal kommen, lief nicht nur für die auf Zeit vermietete Wohnung der Mietvertrag zum 30.06. aus, sondern ich bekam in der Corona-Hochphase im März auch noch eine freundliche Mail von unserem Mieter in Köln, der gerne mit seiner Freundin zusammenziehen wollte, und daher seinen Mietvertrag am liebsten schon zum 30.04. gekündigt hätte. Dies wäre für uns in Ordnung gewesen, wenn er die Kosten für den Makler übernommen hätte, mit dem wir zusammen arbeiten.

Letztlich blieb es dann aber doch bei der offiziellen Kündigungsfrist, so dass hier definitiv eine Neuvermietung zu Ende Juni anstand. Und in dem Moment noch eine relativ hohe Unsicherheit darüber, ob und wie genau in der Zwischenzeit zum Beispiel Besichtigungen stattfinden können. Im Worst Case hätten meine Rücklagen aber auch weitere Ausfälle decken können.

Tatsächlich haben sich in diesem Bereich die Dinge aber besser entwickelt als befürchtet: der Mieter in der auf Zeit vermieteten Wohnung war schon im Mai sicher, dass er sein Projekt auch im zweiten Halbjahr fortsetzt, und die Wohnung dementsprechend weiter nutzen will. Und auch die Neuvermietung in Köln hat schnell funktioniert. Uff, das war also schon mal gut.

Anfang Juli ist auch die Pacht vom Hotel normal per Dauerauftrag wieder eingegangen. Wie realistisch die Nachzahlung der ausgefallenen Pachten ist (laut Gesetz hat der Pächter zwei Jahre Zeit dafür), wird nach meiner Einschätzung auch davon abhängen, wie sich die Saison weiter entwickelt. Wie auch bei unseren anderen Wohnungen ist die sehr gute Lage diesbezüglich sicher ein Plus, und es gibt inzwischen gezielte Wirtschaftshilfen für das Hotel- und Gastgewerbe. Trotzdem behalte ich die Möglichkeit im Hinterkopf, dass das Insolvenzrisiko in dieser Branche durch Corona-Lockdown und Folgewirkungen stark gestiegen ist.

 

Cash-Flow aus Aktien

Natürlich ist auch mein Ertrag aus Aktieninvestments corona-betroffen. Zum einen durch von den Unternehmen selbst veranlassten Dividendenkürzungen, zum anderen durch die von Zentralbanken ausgesprochenen “Empfehlungen”. Und einige High-Yield-Bereiche, zum Beispiel im Energiesektor, hat’s besonders übel erwischt. Das macht natürlich nicht froh, aber letztlich kann das Risiko eben auch mal eintreffen, wenn man für sein Investment eine Risiko-Prämie bekommt.

Da ich meine Positionsgröße auf das Risiko angepasst habe, gab es für mich keinen Grund zu verkaufen. Allerdings wurde die Struktur eines meiner ausschüttenden Europa-ETFs, den ich mittelfristig sowieso in einen All-World-ETF umschichten wollte, Ende des ersten Quartals überraschend so stark – und aus meiner Sicht negativ – verändert, dass ich mich entschlossen habe, die niedrigeren Kurse schon jetzt für eine Teilumschichtung zu nutzen. Ich gehe davon aus, dass diese Veränderung mittelfristig zu nachhaltig höheren Erträgen führt, und kurzfristig hat der realisierte Verlust zumindest steuerlich einen freundlichen Nebeneffekt.

Das hört sich jetzt düster an – was den tatsächlichen Cash-Flow bis Ende Juni angeht, sieht es aber deutlich rosiger aus: Im Vergleich zum Vorjahr sind meine Erträge aus Aktieninvestments sogar gestiegen. Wie kann das sein? Das liegt daran, dass ich regelmäßig weiter investiert habe, und das investierte Kapital und die Anzahl an Anteilen dementsprechend höher ist als im Vorjahr.

Das erste Quartal hat zu dieser Steigerung natürlich mehr beigetragen als das zweite, aber auch für sich betrachtet ist das zweite Quartal deutlich im Plus. Mal abwarten, wie die kurzfristige wirtschaftliche Entwicklung tatsächlich ausfällt, und wie stark Dividenden dann im dritten und vierten Quartal noch gekürzt werden. Für den Moment passt es jedenfalls noch.

Es fällt mir immer noch schwer zu glauben, dass der Zusammenhang zwischen Unternehmensbewertungen und weltweit zu erwartenden massiven Rezessionen völlig aufgehoben sein soll. Deshalb fahre ich meinen Mix aus Sicherheits- und Risikokapital auch erstmal weiter auf Sicht. Aber ich lass mich gerne positiv überraschen  🙂 .

 

Katrin / Financial Independence Rocks!

 

 

 

 

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