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Sonnige Tage in England und Schottland

Sonnige Tage in England und Schottland

Habe ich nicht gesagt, dass das Leben auch als „Early Retire“ nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen ist? Nun, heute ist genau so ein Tag. Ich bin krank.

Letzte Woche sind wir zum Studienabschluss unseres Sohnes nach England geflogen und danach als Abschlussgeschenk zwei Tage nach Edinburgh in Schottland gefahren. Wir hatten eine tolle Zeit und das Wetter war fantastisch.

An unserem ersten Tag in Edinburgh war es fast 30 Grad, was für schottische Standards super heiß zu sein scheint. Aber am zweiten Tag fiel die Temperatur um mehr als 10 Grad. Das ist zwar auch nicht kalt, aber aufgrund des Temperaturunterschieds von einem Tage auf den anderen fühlte es sich kalt an, und ich hätte wahrscheinlich eine Jacke anziehen sollen.

Vielleicht hat es damit aber auch gar nicht zu tun und ich reagiere allergisch auf herumfliegende Pollen. Auf jeden Fall fühle ich mich, als hätte ich eine Sommer-Grippe. Das Tolle ist, dass ich nicht mehr zur Arbeit gehen muss und mich guten Gewissens ein oder zwei Tage schlecht fühlen kann.

Schlecht ist allerdings, dass ich mit verschnupftem Kopf überhaupt keine Lust habe, den Post zu schreiben, den ich heute schreiben wollte. Stattdessen werde ich ein bisschen mehr über unsere Reise nach Großbritannien erzählen.

 

Durham

Wenn du dich für Geschichte und mittelalterliche Städte interessierst, könnte Durham auch etwas für dich sein. Durham liegt im Nordosten Englands, etwa eine halbe Autostunde vom Flughafen Newcastle entfernt. Es ist die Heimat der Durham University, die nach Oxford und Cambridge als dritte Universität in England gegründet wurde. Von einer Bevölkerung von etwa 66.000 Menschen sind etwa 17.000 Studenten. Die Kathedrale und die Burg von Durham gehören beide zum Weltkulturerbe.

 

Durham University

Wenn man durch Durham geht, bekommt man schnell, dass Durham eine Universitätsstadt ist. Die Universität Durham arbeitet mit einem College-System und die verschiedenen Colleges sind in der ganzen Stadt verteilt. Falls du das College-System nicht kennst: Innerhalb der Universität werden die Studenten einzelnen Colleges zugewiesen, wo ihnen Wohn- und Schlafräume zur Verfügung stehen, eine eigene Cafeteria, Bibliothek und College-Clubs (darüber hinaus gibt es auch College-übergreifende Universitäts-Clubs).

Dies System ist vergleichbar mit den ‚Boarding Houses’ in englischen Internaten – wie bei Harry Potter. Auch Durham Castle fungiert als College, das ist sehr cool. Beeindruckend sind auch die Sportanlagen. So erstreckt sich zum Beispiel eine nicht- enden-wollende Reihe von Rugby-Feldern entlang des Flusses Wear.

 

Der Fluss Wear

Der Fluss Wear schlängelt sich in mehreren Bögen durch Durham. Entlang des Flusses in Richtung Südosten verläuft ein sehr idyllischer Uferweg. Bei dem strahlenden Wetter picknickten viele am Ufer, mehre Paare machten eine romantische Ruderbootsfahrt, und weiter oben am Hang konnte man die Sonne in den Old Durham Gardens geniessen.

Wenn du die Anlage besuchen möchtest: Die unteren Gärten sind immer geöffnet, die oberen ummauerten Gärten nur zu bestimmten Zeiten. Wir haben es spontan probiert und konnten leider nicht hinein. Also schau besser vorher kurz nach den aktuellen Öffnungszeiten.

Wir sind an dem Tag nur entlang des Flusses spazieren gegangen, aber du kannst auch eine Flusskreuzfahrt machen oder ein Ruderboot mieten. Dann musst du nur noch aufpassen, dass du den Rudermannschaften nicht im Weg bist, wenn sie üben …

 

Durham Cathedral

Studenten in Durham haben das Glück, ihre Abschlusszeremonie in der Kathedrale von Durham zu begehen.

Der Bau der heutigen Kathedrale begann 1093. Die Kathedrale liegt auf einem Hügel mitten im mittelalterlichen Stadtzentrum. Für eine Stadt von der Größe Durhams scheint sie heute überdimensioniert zu sein, aber Durham war (und ist) Bischofssitz, und war während des Mittelalters eine wichtige Stadt.

Die Kathedrale ist architektonisch ein sehr schönes Gebäude, und sie ist auch von innen sehr beeindruckend. Wir haben sie nicht richtig besichtigen können, da wir Teil der Abschlussfeier waren. Und wir hatten auch später keine Chance hierzu, weil die Abschlussfeiern der unterschiedlichen Fächer über die ganze Woche verteilt stattfanden. Ich hätte mir den Altar gerne näher angeschaut. Vielleicht ein anderes Mal…

 

Edinburgh

Die Fahrt von Durham nach Edinburgh dauert mit dem Auto ca. 2,5 / 3 Stunden. Bei uns dauerte etwas länger, weil wir noch einen Stop in Coldingham eingelegt haben. Dort befindet sich eine archäologische Ausgrabungsstätte, auf der die Freundin unseres Sohnes ein Sommerpraktikum gemacht hat.

Das Grabungsteam sucht nach Teilen einer Siedlung, die hauptsächlich aus Holz gebaut worden sein müsste, und zieht daher viel Rückschlüsse aus den verschiedenen Erdschichten, anstatt z.B. aus alten Mauerresten. Die Grabung sieht nicht sehr spektakulär aus, aber ich fand es trotzdem sehr interessant.

Da die Reise nach Edinburgh ein Abschlußgeschenk war, haben wir uns zwei Nächte in einem Luxushotel gegönnt, das mit dem Auto etwa 10 Minuten vom Stadtzentrum entfernt war. Aber unser Sohn war schon zwei Wochen vorher mit einer Gruppe von Freunden in Edinburgh gewesen und sie hatten eine schöne Wohnung mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis über AirBnB gebucht. Das wäre also auch eine gute Option gewesen, und wahrscheinlich meine Wahl für einen längeren Aufenthalt.

 

“Schottisches Geld”

In Edinburgh gibt es natürlich viel zu sehen und zu unternehmen. Am ersten Tag sind wir bei der Royal Bank of Scotland in der Innenstadt gestartet, da wir noch einige “alte” 10-Pfund-Scheine, die inzwischen nicht mehr als Zahlungsmittel angenommen werden. Wir haben sie getauscht – in neue “schottische” Pfund-Scheine. Sie sind genauso gültig wie die “englischen”, aber sie sehen überraschend unterschiedlich aus. In Edinburgh ist das natürlich kein Problem, aber in England kann es schon vorkommen, dass jemand sie nicht annehmen weil, weil er nicht sicher sind, ob es sich um Falschgeld handelt …

 

Die „Royal Mile“

Wir begannen unseren Rundgang durch Edinburgh, indem wir aus dem Zentrum in „New Town“ zur Burg hinaufgingen. Ich hätte gerne die National Gallery besucht, aber die anderen waren nicht begeistert. So entschieden wir uns für den Besuch des Palace of Holyrood House, der am gegenüberliegenden Ende der Royal Mile von der Burg aus gesehen liegt.

Edinburgh Castle ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Schottland, aber wir waren ein wenig unschlüssig, ob wir hineingehen sollten oder nicht. Angesichts der langen Warteschlangen entschieden wir uns dafür, erst einmal die Royal Mile hinunterzuschlendern.

Die Royal Mile ist eine schöne Abfolge von alten Straßen mit vielen Geschäften und Restaurants. Zu dieser Jahreszeit war sie sehr gut von Touristen besucht. Wir haben einen Stopp in der St. Giles Cathedral gemacht und unter anderem schauten Thistle Chapel angeschaut, aber wir haben keine offizielle Führung mitgemacht.

Als wir am Holyrood Palace ankamen, stellte sich heraus, dass der Palast für die Öffentlichkeit geschlossen war, da die Ankunft der Königin am kommenden Wochenende vorbereitet wurde. Der Palace of Holyrood House ist die offizielle Residenz der Königin, wenn sie in Schottland ist. Also entschieden wir uns stattdessen für eine der Hop-on-Hop-off Sightseeing Bustouren.

 

Hop-on-Hop-off-Bustouren

Wenn du in Edinburgh eine dieser Touren machen möchtest, solltest du dich vergewissern, dass die Tour, die buchst, auch an den Sehenswürdigkeiten entlang führt, die du sehen möchten. Auf der Seite vorbei fahrender Busse hatten wir die Haltestellen ‘Royal Botanic Garden’ und ‘Royal Yacht Britannia’ gesehen. Wir wollten sowieso in den Botanischen Garten gehen, der ein ganzes Stück vom Zentrum entfernt ist. Und wir hätten uns auch für die Royal Yacht interessiert.

Aber diese beiden Stationen sind nur Teil der blauen Linie, der Majestic Tour. Wir haben das nicht gemerkt und sind in die grüne Linie eingestiegen, die Edinburgh Tour. Du kannst auch ein kombiniertes Ticket kaufen und dann die grünen, blauen und roten Busse benutzen, aber wir fanden das Ticket zu teuer.

 

Royal Botanic Garden

Die Route unseres Tourbusses verlief durch die Altstadt und dann in die georgianische Neustadt. Weil wir in den Royal Botanic Garden wollten, verließen wir den Bus in der Nähe des Bahnhofs und gingen ungefähr 2,5 km nach Norden. Wir wollten zum Westeingang des Gartens, wo ein netter alter Herr an einem kleinen Stand Eis verkauft – eine sehr willkommene Erfrischung!

Der Besuch des botanischen Gartens ist kostenlos. Du musst nur Eintritt bezahlen, wenn du die tropischen Pflanzen in den Gewächshäusern sehen möchtest. Da es sich draußen tropisch genug anfühlte, haben wir die Gewächshäuser ausgelassen und einfach die übrigen Teile des Gartens genossen.

Mir haben der Alpengarten und der chinesische Hügel besonders gut gefallen . Unser Spaziergang zurück zur Tour-Bushaltestelle in der Nähe des „Georgian House“ führte uns durch Inverleith Park, der eine sehr nette Atmosphäre hatte. Laut der Fitness-App meines Mannes sind wir an diesem Tag insgesamt mehr als 17.000 Schritte gegangen – es ist super, dass Edinburgh so gut zu Fuß zu erkunden ist.

 

Edinburgh Castle

Am zweiten Tag hatten wir noch bis zum frühen Nachmittag Zeit, bevor wir zurück nach Newcastle fahren mussten. Also beschlossen wir, jetzt doch noch das Edinburgh Castle zu besuchen. In der Burg gibt eine ganze Menge zu sehen, so dass wir uns auch nichts anderes mehr angeschaut haben.

Wir haben zuerst einen Rundgang im äußeren Bereich der Burg gemacht und uns dann die St. Margaret’s Chapel angeschaut, Edinburghs ältestes Gebäude. Dann haben wir uns die Kronjuwelen, die Royal Apartments und die Great Hall angesehen. Die Burg war das Zuhause von Mary, Queen of Scots, und ihrer Sohn James (James, I., von England), was mir nicht bewusst war, bevor ich über die Burg gelesen habe – ich denke, ich hatte die beiden romantischerweise immer irgendwo ins schottischen Hochland platziert.

Das Schloss beherbergt auch eine Vielzahl von Museen und Ausstellungen. Wir haben uns die Prisons of War, das Scottish National War Memorial und das Museum der Royal Scots angeschaut. Da ich kein Fan von Militärgeschichte bin, war das genug für mich. Der Rest unserer kleinen Gruppe ist auch noch ins Nationale War Museum gegangen.

Und last but not least kamen wir noch in den „Genuss“ der “One-Hour-Gun”, die jeden Tag um 13 Uhr von der Burg aus gefeuert wird. Dies ist eine Tradition, die bis ins Jahr 1861 zurückreicht, als Schiffe im Firth of Forth ihre maritimen Uhren danach stellen konnten. Wir beendeten unseren Besuch mit einem Mittagessen in Edinburghs (angeblich) ältestem Pub, dem White Hart Inn am Grassmarket.

 

Fazit

Also, was ist mein Gesamturteil? Wir hatten eine tolle Zeit in Durham und Edinburgh, und ich würde auf jeden Fall noch einmal dorthin fahren. Es gibt eine Menge, was wir auf dieser kurzen Reise nicht sehen oder tun konnten. Definitiv eine Empfehlung!

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