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Smart Shoppen – Black Friday & Co

Der Gewinn liegt im Einkauf. Ich mag diesen alten Kaufmannsspruch, passt wahrscheinlich zu meiner norddeutschen Natur. 🙂 . Aber es steckt viel Wahrheit drin, smart shoppen statt blind kaufen ist immer eine gute Idee.

Beim Vermögensaufbau mit breiten ETFs bedeutet das, bei überproportional gefallenen Kursen mehr Stücke nachzukaufen. Und bei Investitionen in Rendite-Immobilien solltest du gezielt Objekte suchen, deren Preis zu niedrig angesetzt ist oder noch entsprechend verhandelt werden kann. Ganz wichtig: bei beiden Anlageklassen geht es um Einkauf unter Wert, nicht um einen günstig scheinenden Preis.

Aber in diesem Post geht’s nicht um Vermögensaufbau. Aus gegebenen Anlass schreib ich heute darüber, wie ich unsere Kosten mit smart shoppen optimiere, nicht nur am Black Friday.

 

Black Friday

Den Black Friday fand ich erstmal ziemlich bizarr. Wahrscheinlich bin ich da durch meine Karriere im Werbebereich geschädigt, aber mich berühren Events immer merkwürdig, die im Grunde nur neue Kaufanlässe schaffen sollen. Gutes Beispiel ist für mich Halloween. Vielleicht bist du schon damit aufgewachsen, aber eine deutsche “Halloween-Tradition” gab’s bis vor 20 Jahren überhaupt nicht.

Mit einer Gruppe Kinder durch die Nachbarschaft ziehen und Süßigkeiten abgreifen war bei uns in Norddeutschland eine Silvester-Tradition. Da wurde dann sicher auch das an Schokolade, Nüssen und Obst weiter verschenkt, was noch von Weihnachten übrig war. Wahrscheinlich für die Industrie nicht so lukrativ wie Halloween als neues Event, das sich inzwischen zu einem relevanten Wirtschaftsimpuls entwickelt hat – Tendenz steigend würde ich sagen.

Genauso ist beim Black Friday nicht die primäre Idee, dass wir als Käufer möglichst viel sparen, sondern dass der Handel möglichst viel Umsatz macht. Aber macht nichts, wir können das trotzdem für uns nutzen, wenn wir smart shoppen. Ich plane den Black Friday inzwischen strategisch ein.

Zum Beispiel für Käufe im Bereich Möbel und Dekoration, die praktisch nie wirklich zeitkritisch sind – auch wenn eine kleine Stimme im Ohr mir immer wieder gerne zuflüstert, dass wir den neuen Couchtisch oder die tollen Kissen JETZT UNBEDINGT SOFORT BRAUCHEN. Wir sind keine Frugalisten, und natürlich ist die kleine Stimme manchmal stärker als ich…

 

Regelmäßige Sales bei Möbeln, Deko etc.

Trotzdem ist die Konzentration auf bestimmte Sales-Tage nach meiner Erfahrung eine gute Möglichkeit, die Lifestyle-Inflation unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig bei sowieso anstehenden Käufen signifikant zu sparen. Damit das ganze nicht nach hinten losgeht, berücksichtige ich zwei Punkte: nur das kaufen, was wirklich vorher geplant ist und nur zu Preisen, die wirklich einen Abschlag bieten.

Dafür muss ich die normalen Preise kennen. Bei Produkten, die über verschiedene Händler angeboten werden, verschaffe ich mir einen Überblick auf idealo (kein Affiliate-Link). Bei proprietären Produkten schaue ich das ganze Jahr über einfach immer mal wieder in die aktuelle Angebotspalette, dann bekommt man schnell ein Gefühl für die üblichen Preispunkte.

Ich kaufe auch nicht unbedingt beim günstigsten Anbieter, wenn ich generell mit Qualität und Service eines bestimmten Anbieters sehr zufrieden bin, und dort regelmäßig Sales nutzen kann. Im Bereich Möbelklassiker/Design ist das zum Beispiel Markanto (kein Affiliate-Link), für Wohntextilien Zara Home (kein Affiliate-Link).

Gerade bei Möbel- und Lampenklassikern ist ein zusätzlich interessanter Aspekt, dass sie sich bei guter Behandlung in der Regel gebraucht nah am ursprünglichen Listenpreis wiederverkaufen lassen, da die Verkaufspreise jedes Jahr nach oben angepasst werden. Wenn du dann noch 15 oder 20% unter dem Listenpreis zum Zuge gekommen bist, macht das wieder Verkaufen richtig Spaß.

 

Smart shoppen bei Lebensmitteln & Co.

Aber smart shoppen funktioniert auch das ganze Jahr über bei Artikeln des täglichen Bedarfs, zum Beispiel Lebensmitteln. Als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, wußte ich nicht, was ein Liter Milch oder ein Paket Butter kosten, und es hat mich auch nicht interessiert. Mein Mann und ich waren mit unseren Jobs so ausgelastet, dass das Einkaufen am Wochenende einfach nur eine lästige Notwendigkeit war, und wir in den Wagen gepackt haben, was uns gerade ansprach. Leider mit der Konsequenz, dass wir regelmäßig unverbrauchte Lebensmittel wegwerfen mussten.

Auch heute geht es mir nicht darum, möglichst billig einzukaufen. Im Gegenteil: tierische Produkte kaufen wir weitgehend in Bio-Qualität, einen großen Teil unseres Gemüses auch. Bei beidem kommt auch noch eine regionale Komponente dazu.

Aber wir achten auf die “Aktions-Zyklen” von Produkten, d.h. wir kaufen bestimmte Produkte nur zum Aktionspreis. Ein gutes Beispiel waren in den letzten Jahren unsere Espresso-Bohnen, die ursprünglich zwei Aktionszeiträume mit über 30% Rabatt im Jahr hatten, zuletzt einen. Inzwischen scheint genau diese Sorte nicht mehr in der Aktion stattzufinden. Wir haben aber neulich eine gleichwertige Bestell-Möglichkeit bei Coffeerista (kein Affiliate-Link) gefunden.

 

Liquidität kostensenkend einsetzen

Und hier kommt der Vorteil genügender Liquidität ins Spiel: wenn du nicht von einem Gehalt zum nächsten lebst – und Platz zum Lagern hast – kannst du (zusätzlich) von der Abnahme größerer Mengen profitieren. Einmal so wie oben beschrieben: du kauft nicht einen Monatsvorrat Espresso sondern einen Jahresvorrat. Die meisten Aktionen wiederholen sich so regelmäßig, dass Haltbarkeit kein Problem ist. Und es gibt bestimmte Produkte, die im Amazon-Spar-Abo wirklich günstig sind – dort habe ich zum Beispiel meinen Lieblings-Jasminreis zum besten Preis gefunden.

Für uns ist bei der Ausnutzung von Kostenvorteilen auch unser Gefrierschrank hilfreich: zum Beispiel für tiefgefrorene Blaubeeren, die wir mit 25% Abschlag auf den regulären Preis kaufen. Und für Wildfleisch (kein Affiliate-Link), das wir so in einer Menge abnehmen können, bei der die Versandkosten von 19,90 EUR nicht mehr anfallen (Wild bekommst du normalerweise beim regionalen Jäger oder über eine gute Fleischerei, die regional einkauft. Aber ich beziehe bei unserem Lieferanten unter anderem Wildhack, und das gibt es aufgrund von Hygieneauflagen nicht frisch zu kaufen).

Vor der Anschaffung eines Gefrierschrankes solltest du dir natürlich das Kosten-Nutzen-Verhältnis anschauen. Und wenn’s passt? Genau, dann natürlich smart shoppen 😉 .

 

Geht es auch gebraucht?

Und für mehr Dinge, als man vielleicht im ersten Moment denkt, gibt es eine Alternative, die noch günstiger ist, als alle Preis-Aktionen oder Special Deals: gebraucht kaufen. Ich finde es immer wieder absolut abgefahren, was zum Beispiel alles auf Ebay-Kleinanzeigen angeboten wird. Auch da muss man manchmal eine Weile warten, aber dann kann es sich wirklich lohnen.

Ich habe vor einiger Zeit fünf Vasen eines Designer gekauft, den ich sehr mag – preislich lag ich damit für alle zusammen inklusive Versand niedriger als wenn ich eine der Vasen neu gekauft hätte. Und gebraucht erscheint fast nicht der richtige Ausdruck, da es keinerlei Gebrauchsspuren gibt. Oft kann man auch bei praktisch neuen “Fehlkäufen” fündig werden.

Auch hier setze ich darauf, eine gute oder sehr gute Qualität zu einem günstigeren Preis zu bekommen und nicht auf billig um jeden Preis. Wie auch sonst im Leben macht mir beim smart shoppen die Challenge Spaß, nicht das Macht ausspielen oder über den Tisch ziehen eines Verhandlungspartners. In diesem Sinne: Happy Black Friday!

Financial Independence Rocks!

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2 Comments

  • Avatar
    Reply
    Andre
    November 26, 2020 at 7:03 pm

    Nice, allein wegen kein Affiliate-Link .

    Viele Blogs bringen diese Woche Artikel zum “Sparen” gepflastert mit Links, du
    schreibst wie es eigentlich geht. Geplante Käufe bei Bedarf, kein Impulsshopping weil nur heute so günstig

    • Financial Independence Rocks!
      Reply
      Financial Independence Rocks!
      November 26, 2020 at 7:56 pm

      Danke, Andre! 🙂

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